
Unser Auge im Weltraum wurde am 24. April 2015 25 Jahre alt. Ein stolzes Alter für ein Teleskop, welches eigentlich für eine kürzere Missionsdauer geplant und am Anfang blind war. Doch auch Hubble wird irgendwann in der Atmosphäre verglühen. Sein Nachfolger wird das James-Webb-Teleskop sein.
Am 24.04.1990 wurde das HST (Hubble Space Telescope) mit der Space-Shuttle-Mission STS 31 vom Kennedy Space Center in Florida, USA auf eine Umlaufbahn in 560 km Höhe gebracht. Das Teleskop besitzt eine Länge von 13,1 m und einen Durchmesser von 4,3 m. Der Spiegel besitzt einen Durchmesser von 2,4 m. Heute wird das Teleskop durch die NASA und der ESA betrieben.
Bahndaten

Das HST benötigt für einen Umlauf auf seiner Bahn 95,8 Minuten. Seine Bahnneigung ist 28,5°, das Apogäum liegt bei 560 km und das Perigäum bei 556 km. Seine Bahngeschwindigkeit liegt bei 7,6 km/s. Da das HST keine Höhenkorrektur besitzt, erfährt das Teleskop eine Sinkrate, welche bisher durch die Wartungsmissionen korrigert wurde. Da keine weiteren Wartungsmissionen mehr geplant ist, wird das Teleskop im Jahre 2024 in der Atmosphäre verglühen.
Der Spiegelfehler
Durch unzureichende Qualitätskontrollen innerhalb der NASA und den Zuliefererfirmen war das Teleskop beim ersten Licht quasi blind. Der Spiegel wurde an der Sollform vorbeigeschliffen und so entstand eine minimale Abweichung zur Idealform was zu einer sphärischen Aberration führte. Es gab Überlegungen, das Teleskop wieder einzufangen und einen Ersatzspiegel einzubauen. Dieses Unterfangen hätte sehr viel Geld gekostet, daher wurde diese Idee wieder verworfen. Die Alternative, welches letztendlich den Durchbruch brachte, war der Einbau eines Korrektursystems welches den Namen COSTAR (Corrective Optics Space Telescope Axial Replacement) trug. Dieses neutralisierte den Spiegelfehler durch kleine Korrekturspiegel, welche ebenfalls nicht korrekt geformt sind. Diese sind aber gewollt und neutralisierten somit den Hauptspiegelfehler. COSTAR wurde mit der Servicemission 4 (STS-125) entfernt, da alle anderen neu eingesetzte Instrumente über Methoden verfügen um den Spiegelfehler zu korrigieren.

Wissenschaftliche Instrumente
Das HST ist aktuell (2015) mit folgenden Instrumenten bestückt:
- Wide Field Camera 3 – Kamera für sichtbares uns Infrarotlicht mit zwei CCD-Sensoren
- Cosmic Origins Spectrograph – Spektometer im Messbereich 90 – 320 nm
- Space Telescope Imaging Spectrograph – Spektrograph für Ultraviolett bis Infrarot (115 – 1030 nm)
- Near Infrared Camera and Multi-Object Spectrometer – Spektrograph für den infraroten Spektralbereich (800–2500 nm)
- Advanced Camera for Surveys – Für die Beobachtung im sichtbaren sowie im UV und nahem-IF-Spektrum
Ergebnisse
Das HST brachte viele neue Erkenntnisse über die Entstehung des Universums und den Nachweis von supermassiven schwarzen Löchern im Kernbereichen von Galaxien. Sehr interessant sind die Ergebnisse, als das HST auf eine vermeindliche dunkle Region im Bereich Chemischer Ofen unterhalb des Orions aufgenommen hat (RA 3h32m39s, DEC -27°27’29“).

Der Durchmesser des Ausschnittes liegt bei einem Zehntel des Monddurchmessers und enthält etwa 10.000 Galaxien. Die Belichtungszeit betrug für ACS 11,3 Tage und NICMOS 4,5 Tage. Das HUDF (Hubble Ultra Deep Field) ist das bisher tiefste Blick bis an den Rand des Universums. Die Lichtlaufzeit von der entfernstesten Galaxie beträgt etwa 13 Milliarden Jahre.
Folgende weitere Entdeckungen wurden mit Hubble gemacht:
- Alter des Universums (13,7 Milliarden Jahre)
- Berechnung der Hubble-Konstante
- Beobachtung einer Supernova (SN1987a)
- Pluto musste seinen Planetenstatus einbüßen 🙁
- Beobachtung von Exoplaneten
- Kometenkollision Shoemaker-Levy 9 auf Jupiter, dadurch gabs Erkenntnisse über die Atmosphäre
- Aufspüren der Dunkle Materie
- Galaxienkollisionen
- Sternentwicklung
Galerie
Hier sind nun die schönsten Bilder von Hubble. Alle Bilder: NASA/ESA/Hubble
Herrlich, die Bilder! <3
Vielleicht etwas zu spät, herzlichen Glückwunsch 🙂
Ich habe gerade gesehen, dass das Datum falsch war 😉 Hubble wurde 2015 25 Jahre alt, nicht 2016.
Gruß und CS
Daniel